Triegel trifft Cranach im Schauburg Filmpalast: Kunst, Geschichte und Bildkraft erleben


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Wenn Renaissance und Gegenwart aufeinandertreffen
Mit Triegel trifft Cranach - Malen im Widerstreit der Zeiten rückt die KoKi-Reihe im Schauburg Filmpalast einen außergewöhnlichen Dokumentarfilm ins Licht: ein Werk über künstlerische Verantwortung, historische Rekonstruktion und die Kraft altmeisterlicher Malerei in der Gegenwart. Der Film begleitet den Leipziger Maler Michael Triegel bei der Neugestaltung des zerstörten Mittelstücks des Marienaltars im Naumburger Dom und macht sichtbar, wie ein heutiger Künstler mit den Quellen der Renaissance in einen produktiven Dialog tritt.
Ein Atelier als Denkraum
Der Film öffnet den Blick in das Atelier, in dem Material, Pigment, Zeichnung und Bildidee zu einer konzentrierten Werkbetrachtung verschmelzen. Hier wird die Malerei nicht als nostalgische Geste verstanden, sondern als lebendige Kunstrichtung, die historische Formen mit zeitgenössischer Präsenz verbindet. Triegel arbeitet, so zeigt es der Film, mit einer Disziplin, die an die großen Werkstätten der Kunstgeschichte erinnert und zugleich eine unverwechselbare persönliche Handschrift bewahrt.
Cranach, der Bildersturm und die offene Frage des Bildes
Im Zentrum steht die spannende Aufgabe, ein Retabel zu schaffen, dessen ursprüngliche Mitte verloren ging. Der Bezug auf Lucas Cranach macht den Film zu einer Reflexion über Reformation, Bildersturm, religiöse Bildtraditionen und den Umgang mit künstlerischer Überlieferung. Gerade die Tatsache, dass keine gesicherten Vorlagen für die ursprüngliche Mariendarstellung existieren, verleiht dem Projekt eine besondere ästhetische Spannung: Rekonstruktion und Neuschöpfung fallen hier nicht auseinander, sondern greifen ineinander.
Ein Film über Handwerk, Haltung und Kontroverse
Paul Smaczny begleitet den Künstler über Jahre hinweg und formt daraus ein vielschichtiges Porträt. Der Dokumentarfilm verbindet Beobachtung, Kunstkritik und kulturhistorischen Kontext. So entsteht ein Kunsterlebnis, das weit über das Atelier hinausweist: Es berührt Fragen des Denkmalschutzes, der musealen Vermittlung und des UNESCO-Welterbes ebenso wie die zeitlose Faszination für sakrale Kunst und figürliche Malerei.
Ausstellungsatmosphäre im Kinoformat
Auch wenn es sich um eine Filmvorführung handelt, entfaltet der Abend eine fast museale Ausstellungsatmosphäre. Die große Leinwand wird zum Ort konzentrierter Betrachtung, an dem Bildraum, Licht und Zeitlichkeit neu zusammengedacht werden. Für Kunstinteressierte bietet der Termin die seltene Gelegenheit, einen künstlerischen Entstehungsprozess so nah zu erleben, als stünde man mitten im Atelier.
Fazit
Triegel trifft Cranach - Malen im Widerstreit der Zeiten ist ein kluger, eindrucksvoller Film für alle, die Malerei nicht nur sehen, sondern verstehen wollen. Wer sich für Renaissance, sakrale Kunst, Kunstgeschichte und die lebendige Gegenwart der Bildenden Kunst interessiert, sollte diesen Abend im Schauburg Filmpalast nicht verpassen.
Offizielle Kanäle von Michael Triegel:
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