Michael Beutler: Tapetenwechsel im Kunstmuseum Gelsenkirchen


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Michael Beutlers Tapetenwechsel im Kunstmuseum Gelsenkirchen: Kunst wird Werkstatt, Raum und Bewegung
Mit der öffentlichen Führung zu Tapetenwechsel eröffnet das Kunstmuseum Gelsenkirchen einen präzisen Blick auf eine Ausstellung, in der sich Material, Prozess und Architektur zu einem lebendigen Kunsterlebnis verdichten. Michael Beutler, 2026 mit dem Kunstpreis der Kunststiftung NRW – Nam June Paik Award ausgezeichnet, verwandelt die historische Villa in eine mehrstöckige Werkstatt, in der aus Altpapier skulpturale Formen entstehen. Die Ausstellung macht sichtbar, wie Kunst aus Arbeit, Erfindung und Handwerk wächst.
Ein Raum, der sich vor den Augen der Besucher verwandelt
Die ortsspezifische Installation entfaltet ihre Wirkung nicht nur über das Ergebnis, sondern über den Herstellungsprozess selbst. Alte Bücher und Kataloge, teils aus den Museumsbeständen, wurden zu Pulpe verarbeitet und zu langen Papierbahnen geschöpft. Maschinen, Werkzeuge und Produktionsabläufe bleiben bewusst sichtbar. So entsteht eine Ausstellungsatmosphäre, in der die Werkbetrachtung zugleich eine ästhetische und bildende Erfahrung wird.
Kunst zwischen Industriegeschichte und Handwerk
Beutlers Arbeit verbindet die industrielle und handwerkliche Geschichte Gelsenkirchens mit einer offenen Vorstellung vom Museum als schöpferischem Ort. Seine Installationen gelten als monumental und zugleich leicht, da sie mit einfachen, recycelbaren Materialien arbeiten. Im Zusammenspiel von Konstruktion, Improvisation und Raumaneignung zeigt sich eine Kunstpraxis, die an kinetische und prozesshafte Skulptur anknüpft und den Besucher mitten in den Entstehungsakt versetzt.
Partizipation als Teil des Werks
Besonders eindrücklich ist die interaktive Komponente: Ein von Besucherinnen und Besuchern aktivierbares Drehtor verweist auf den kinetischen Sammlungsschwerpunkt des Hauses. Damit öffnet sich die Ausstellung nicht nur als Betrachtungsraum, sondern als Erfahrung von Bewegung, Beteiligung und Resonanz. Das Kunstmuseum Gelsenkirchen versteht sich dabei als außerschulischer Bildungsort und Erlebnisraum, in dem Vermittlung und Ausstellung eng miteinander verbunden sind.
Führung, Vermittlung und Museumserlebnis
Die öffentliche Führung am 31. Mai 2026 ergänzt die Ausstellung durch fachkundige Einordnung und führt an die künstlerische Sprache Beutlers heran. Wer sich für Installationskunst, skulpturale Prozesse, zeitgenössische Kunst und Museumspädagogik interessiert, erlebt hier eine dichte Begegnung mit einer Position, die Material, Raum und Publikum in ein produktives Verhältnis setzt.
Fazit: Tapetenwechsel verspricht kein bloßes Anschauen, sondern ein intensives Sehen, Hören und Verstehen. Diese Führung lädt dazu ein, eine der spannendsten Ausstellungen des Jahres im Kunstmuseum Gelsenkirchen live zu erleben und die Verwandlung von Papier in Kunst unmittelbar nachzuvollziehen.
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